Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Was ist das?
Bei der Hypnose wird mit Worten und Vorstellungen ein Zustand veränderter Aufmerksamkeit erzeugt, in dem Suggestionen und Vorstellungsbilder besonders gut wirken können. Man bleibt dabei bei Bewusstsein und behält die Kontrolle. Die Hypnotherapie nutzt diesen Zustand, um Beschwerden, Gedanken oder Körperempfindungen zu beeinflussen. Sie hat nichts mit Bühnenhypnose zu tun.
2 Ablauf
- Aufklärung und Vorbereitung, Klärung der Ziele
- Einleitung eines Entspannungszustands durch Sprache und Vorstellung
- Arbeit mit Bildern, Suggestionen und Vorstellungen, abgestimmt auf das Ziel
- Anleitung zur Selbsthypnose zum Üben zu Hause
- Dauer meist einige bis mehrere Sitzungen
3 Für wen ist es geeignet?
Hypnotherapie wird ergänzend eingesetzt bei Reizdarmsyndrom, chronischen Schmerzen, Angst, Schlafstörungen, Stress und zur Vorbereitung auf medizinische Eingriffe. Bei schweren psychischen Erkrankungen, Psychosen oder Traumafolgen nur mit besonderer Vorsicht und Erfahrung.
4 Wirksamkeit und Evidenz
Für das Reizdarmsyndrom (darmgerichtete Hypnose) ist die Wirksamkeit gut belegt und wird in der Leitlinie erwähnt. Bei Schmerzen und Angst gibt es positive Hinweise. Für viele andere Anwendungen ist die Studienlage begrenzt. Hypnotherapie ersetzt bei psychischen Erkrankungen nicht die leitliniengerechte Behandlung.
5 Kosten und Zugang
Hypnotherapie wird in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, außer wenn Hypnose als Technik im Rahmen einer Psychotherapie genutzt wird. Sie ist oft Selbstzahlerleistung. Weiterbildungen bieten Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie (DGH) und die Milton Erickson Gesellschaft (M.E.G.).
6 Grenzen und Risiken
- Die Berufsbezeichnung „Hypnotherapeut“ ist nicht geschützt. Auf Qualifikation und Approbation oder Zusatzausbildung achten.
- Bei Traumafolgen besteht das Risiko, dass sich in Hypnose Erinnerungen verfälschen (Pseudoerinnerungen). Nur mit erfahrenen Fachleuten.
- Nicht geeignet bei Psychosen und bestimmten schweren Erkrankungen ohne fachliche Einschätzung.
- Nicht jede Person lässt sich gleich gut auf Hypnose ein.
7 Quellen
- S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom (AWMF-Register Nr. 021-016)
- Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie (DGH)
- Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose (M.E.G.)