Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Was ist das?
Eine psychotherapeutische Gruppe besteht meist aus etwa sechs bis zwölf Teilnehmenden und einer oder zwei Therapeutinnen oder Therapeuten. Gruppen können sich nach einem Thema richten (z. B. Depression, Angst, Skills) oder offen die Beziehungen in der Gruppe nutzen. Sie gibt es in allen anerkannten Verfahren sowie in Kliniken und Tageskliniken.
2 Ablauf
- Regelmäßige Sitzungen, meist wöchentlich, von etwa 90 bis 100 Minuten
- Strukturierte Gruppen (z. B. Skillstraining oder Psychoedukation) oder offene Gesprächsgruppen
- Gemeinsame Regeln wie Vertraulichkeit, Respekt und Verbindlichkeit
- Austausch von Erfahrungen, Rückmeldungen und Übungen in der Gruppe
- Oft kombiniert mit Einzeltherapie
3 Für wen ist es geeignet?
Gruppentherapie eignet sich bei vielen Erkrankungen, zum Beispiel Depression, Angst, sozialen Ängsten, Essstörungen, Sucht, Borderline und Traumafolgen. Besonders hilfreich bei sozialem Rückzug und Einsamkeit. Weniger geeignet bei akuter starker Krise, Aggressivität oder wenn die Gruppensituation überfordert.
4 Wirksamkeit und Evidenz
Gruppentherapie ist bei vielen Erkrankungen ebenso wirksam wie Einzeltherapie. Die Erfahrung, mit Problemen nicht allein zu sein, die Hoffnung durch andere und das Ausprobieren neuer Verhaltensweisen im sicheren Rahmen sind besondere Wirkfaktoren. Leitlinien empfehlen Gruppenangebote bei vielen Erkrankungen.
5 Kosten und Zugang
Gruppentherapie ist Teil der Richtlinienverfahren und wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. In Kliniken ist sie Bestandteil des Programms. Wartezeiten sind oft kürzer als bei Einzeltherapie, weil mehr Plätze zur Verfügung stehen. Das lohnt sich bei der Suche.
6 Grenzen und Risiken
- Weniger Zeit für einzelne Anliegen als in der Einzeltherapie
- Vertraulichkeit hängt auch von den anderen Teilnehmenden ab. Es gelten klare Gruppenregeln.
- Die Teilnahme kann anfangs Angst machen, vor allem bei sozialer Angst.
- Eine Gruppe muss zusammenpassen. Wechsel ist möglich.
7 Quellen
- S3-Leitlinien der AWMF zu Depression, Angst- und Essstörungen
- Psychotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)
- Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)