Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Was ist das?
Die Gesprächspsychotherapie (auch klientenzentrierte oder personzentrierte Psychotherapie) geht davon aus, dass Menschen in einer annehmenden, verständnisvollen Beziehung ihre eigenen Ressourcen und ihr Selbstverständnis weiterentwickeln können. Die Therapeutin oder der Therapeut hält sich mit Ratschlägen zurück, hört aufmerksam zu, spiegelt Gefühle und begegnet dem Menschen mit Wertschätzung und Echtheit.
2 Ablauf
- Offenes Gespräch ohne feste Übungen, die Themen bestimmen die Klientinnen und Klienten
- Therapeutische Haltung: einfühlendes Verstehen, bedingungslose Wertschätzung, Echtheit
- Ziel ist mehr Selbstannahme, Selbstverständnis und Handlungsfähigkeit
- Einzel- oder Gruppensetting, meist wöchentlich
3 Für wen ist es geeignet?
Geeignet bei Depression, Angst, Lebenskrisen, Selbstwertproblemen und Belastungen im Alltag, besonders bei Menschen, die sich ein wertschätzendes Gesprächsangebot ohne konkrete Techniken wünschen. Elemente werden in vielen Verfahren und in der Beratung genutzt.
4 Wirksamkeit und Evidenz
Die Wirksamkeit ist durch Studien belegt, etwa bei Depression und Angst, und wissenschaftlich anerkannt. Die Haltung der Therapeutin oder des Therapeuten gilt als wichtiger Wirkfaktor in jeder Psychotherapie. Für einige Störungen ist die Studienlage kleiner als bei Verhaltenstherapie.
5 Kosten und Zugang
In Deutschland ist die Gesprächspsychotherapie kein Kassenverfahren, und die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenkasse in der Regel nicht übernommen. Sie wird teils von privaten Kassen oder über Beihilfe erstattet, in Beratungsstellen und von Therapeutinnen und Therapeuten, die sie als Selbstzahlerleistung anbieten. Vorher klären.
6 Grenzen und Risiken
- Weniger strukturiert und ohne konkrete Übungen. Das passt nicht zu allen.
- Bei schweren Symptomen, Zwang, Sucht oder Traumafolgen reicht die Methode allein oft nicht.
- Keine Kassenzulassung, daher oft Selbstzahlung.
- Die Qualität hängt stark von der Ausbildung der Anbieter ab. Auf Approbation oder anerkannte Weiterbildung achten.
7 Quellen
- Rogers, C. R.: Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie
- Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung (GwG)
- Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie: Stellungnahmen zu Verfahren