Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Was ist das?
Die DBT wurde von der Psychologin Marsha Linehan entwickelt. Sie verbindet Veränderung und Akzeptanz (daher „dialektisch“) und vermittelt konkrete Fertigkeiten, um starke Anspannung, Gefühlschaos, Selbstverletzung und Beziehungsprobleme zu bewältigen. Sie baut auf der Verhaltenstherapie auf und ergänzt sie um Achtsamkeit und Akzeptanz.
2 Ablauf
- Einzeltherapie: wöchentlich, bearbeitet aktuelle Krisen und Therapieziele anhand einer Prioritätenliste (Selbstverletzung und Suizidgedanken zuerst)
- Skillstraining in der Gruppe: wöchentlich, vermittelt Fertigkeiten in vier Bereichen: Achtsamkeit, Stresstoleranz, Gefühlsregulation und zwischenmenschliche Fertigkeiten
- Krisenerreichbarkeit: je nach Angebot Möglichkeit, in Krisen Unterstützung zu bekommen
- Therapeutenteam: Fallbesprechungen im Team sichern die Qualität
- Dauer: ambulant meist ein Jahr oder länger, stationär oft mehrere Wochen bis Monate
3 Für wen ist es geeignet?
Gedacht für Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung, starker Gefühlsinstabilität, Selbstverletzung oder Suizidalität. Angepasste Formen gibt es auch bei Essstörungen, Sucht, PTBS (DBT-PTSD), ADHS und für Jugendliche.
4 Wirksamkeit und Evidenz
Die DBT ist bei Borderline-Störung am besten untersucht und wird in der Leitlinie empfohlen. Studien zeigen, dass sie Selbstverletzungen, Suizidversuche, Klinikaufenthalte und Beschwerden deutlich verringern kann. Auch für andere Störungen mit Gefühlsregulationsproblemen gibt es gute Hinweise.
5 Kosten und Zugang
Die DBT wird im Rahmen der Verhaltenstherapie über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet, wenn eine Praxis oder Klinik sie anbietet. Es gibt ambulante und stationäre DBT-Programme, oft mit Wartezeit. Informationen zu zertifizierten Angeboten gibt der Dachverband DBT.
6 Grenzen und Risiken
- Das Programm ist anspruchsvoll und erfordert regelmäßige Teilnahme und Übungen.
- Nicht überall verfügbar, daher teils lange Wartezeiten.
- Bei akuter Gefahr geht Sicherheit vor, dann sind Notruf oder Klinikaufnahme nötig.
- Wirkung entfaltet sich über Monate. Rückschläge sind Teil des Prozesses.
7 Quellen
- S3-Leitlinie Borderline-Persönlichkeitsstörung (AWMF-Register Nr. 038-015)
- Dachverband DBT
- Linehan, M.: Handbuch der Dialektisch-Behavioralen Therapie