Zitat⚠️ Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche, therapeutische oder rechtliche Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Worum geht es?
Viele Kinder wachsen mit einem psychisch erkrankten Elternteil auf. Sie sind dadurch nicht automatisch geschädigt. Wichtig sind offene Gespräche, verlässliche Alltagsstruktur und weitere stabile Bezugspersonen.
2 Was Angehörige oft erleben
- Verwirrung und Angst, wenn Verhalten der Eltern sich verändert
- Schuldgefühle („Bin ich schuld?“)
- Verantwortungsübernahme für Geschwister oder den Haushalt
- Scham und Schweigen nach außen
3 Was hilft
- altersgerecht erklären: Es ist eine Krankheit, niemand ist schuld, Erwachsene sorgen für Hilfe
- feste Rituale und Tagesstruktur erhalten
- weitere Vertrauenspersonen einbinden, z. B. Großeltern, Lehrkräfte, Freundeskreis
- Angebote für Kinder nutzen
4 Was nicht hilft
- Schweigen und Geheimhaltung
- Kind zur Vertrauensperson oder Pflegekraft machen
- Streit vor dem Kind austragen
- Erkrankung als Tabu behandeln
5 Praktische Tipps
- Kinder in Krisen beruhigend informieren, wo der Elternteil ist und wer sich kümmert
- Hilfen beim Jugendamt, bei Familienberatung und Schule erfragen
- Notfallplan für Betreuung der Kinder erstellen
6 Auf dich selbst achten
- Eigene Behandlung ernst nehmen und Rückfälle früh melden
- Entlastung durch Familie, Freunde und Unterstützungsangebote
- Pausen und Kontakt zu anderen Betroffenen
7 Wo gibt es Hilfe?
- Hausarztpraxis, Psychiatrie und Psychotherapie als erste Ansprechstellen
- Angehörigengruppen und Selbsthilfekontaktstellen (Suche über NAKOS)
- Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK) und regionale Landesverbände
- Psychosoziale Beratungsstellen, Sozialpsychiatrische Dienste und Pflegestützpunkte
8 In akuten Situationen
- Wenn ein Kind in Gefahr ist: Notruf 112
- Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche: 116 111; Elterntelefon: 0800 111 0 550
- Notruf: 112
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
9 Quellen
- S3-Leitlinien zu den jeweiligen Erkrankungen (AWMF)
- Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu Kindern psychisch kranker Eltern
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation