Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Kurzüberblick
Bei der Alzheimer-Krankheit gehen im Gehirn Nervenzellen verloren, verbunden mit Eiweißablagerungen. Das erste Zeichen ist meist eine Störung des Kurzzeitgedächtnisses. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber Beschwerden und Lebensqualität lassen sich beeinflussen.
2 Symptome
- Vergessen neuer Informationen, Wiederholen von Fragen, Verlegen von Dingen
- Orientierungsprobleme in Zeit und Ort
- Wortfindungsstörungen, Schwierigkeiten bei Planung und Urteilen
- Probleme mit Alltagsaufgaben wie Finanzen, Haushalt, Medikamenten
- Stimmungsveränderungen, Misstrauen, Rückzug, Unruhe
3 Ursachen und Risikofaktoren
- Alter ist der wichtigste Risikofaktor
- Risikofaktoren, die sich beeinflussen lassen: Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, übermäßiger Alkohol, Bewegungsmangel, Schwerhörigkeit, Depression, soziale Isolation
- genetische Veranlagung bei einzelnen Formen
- Eiweißablagerungen, Durchblutungsstörungen oder Nervenzellverlust je nach Form
4 Diagnostik
- Gespräch mit Betroffenen und Angehörigen
- kognitive Tests, z. B. MMST, DemTect, MoCA, Uhrentest
- Blutuntersuchungen und Bildgebung des Gehirns (MRT oder CT), gegebenenfalls Nervenwasseruntersuchung
- Ausschluss behandelbarer Ursachen wie Vitamin-B12-Mangel, Schilddrüsenstörungen, Depression oder Medikamentenwirkungen
5 Behandlung
- Antidementiva (Cholinesterasehemmer, Memantin) können Symptome zeitweise verbessern oder das Fortschreiten verzögern
- nicht-medikamentöse Maßnahmen: Bewegung, kognitive Aktivierung, Tagesstruktur, Musik- und Erinnerungsarbeit
- Behandlung von Depression und Unruhe, Antipsychotika nur sehr zurückhaltend
- Pflegeberatung, Pflegegrad, Entlastungsangebote, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung früh regeln
6 Verlauf und Prognose
Die Erkrankung schreitet meist langsam fort, der Verlauf ist individuell. Mit früher Diagnose und passender Begleitung lässt sich die Lebensqualität lange erhalten.
7 Tipps für Angehörige
- Ruhig, in kurzen Sätzen und mit Blickkontakt sprechen. Nicht ständig korrigieren oder diskutieren.
- Feste Routinen und eine vertraute, sichere Umgebung geben Orientierung
- Würde wahren und vorhandene Fähigkeiten nutzen, nicht alles abnehmen
- Auf Sicherheit achten, zum Beispiel Herd und Haustür
- Entlastungsangebote wie Tagespflege und Verhinderungspflege nutzen, die Deutsche Alzheimer Gesellschaft berät
8 Hilfe im Notfall
- Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
9 Quellen
- S3-Leitlinie Demenzen (AWMF-Register Nr. 038-013)
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation
- Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V.