Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Kurzüberblick
Zu den häufigen Atemwegserkrankungen zählen:
- Asthma bronchiale: chronische Entzündung der Atemwege mit anfallsartiger Atemnot
- COPD: chronisch obstruktive Lungenerkrankung, meist durch Rauchen, mit Husten, Auswurf und Atemnot
- Chronische Bronchitis und Allergien der Atemwege
- Schlafbezogene Atmungsstörungen (Schlafapnoe) mit Atemaussetzern im Schlaf
Chronische Atemerkrankungen gehen häufig mit Angst und Depression einher. Atemnot ist ein starker Angstauslöser. Umgekehrt können Panikattacken wie Atemnot wirken, ohne dass die Lunge die Ursache ist.
2 Symptome
- Atemnot, zuerst bei Belastung, später auch in Ruhe
- Husten, Auswurf, pfeifendes Atemgeräusch
- Engegefühl in der Brust
- bei Schlafapnoe: lautes Schnarchen, Atemaussetzer, ausgeprägte Tagesmüdigkeit, Konzentrationsprobleme
Wenn Atemnot plötzlich oder stark auftritt, zusammen mit blauen Lippen, Sprechunfähigkeit oder Brustschmerz, ist das ein Notfall.
3 Ursachen und Risikofaktoren
- Rauchen ist die wichtigste Ursache für COPD
- Allergien, Infekte und Veranlagung bei Asthma
- Luftverschmutzung und berufliche Schadstoffe
- Übergewicht und anatomische Faktoren bei Schlafapnoe
- Psychische Faktoren: Stress und Angst können Atemnot und Asthmaanfälle auslösen oder verstärken
4 Diagnostik
- Gespräch und körperliche Untersuchung, Abhören der Lunge
- Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie)
- Allergietests, Blutuntersuchungen, Röntgen oder CT des Brustkorbs
- bei Verdacht auf Schlafapnoe Untersuchung im Schlaflabor oder mit tragbaren Geräten
5 Behandlung
- Inhalative Medikamente: bronchienerweiternde und entzündungshemmende Mittel, richtige Inhalationstechnik ist wichtig
- Rauchstopp ist die wirksamste Maßnahme bei COPD, mit professioneller Unterstützung
- Schulungen, Atemphysiotherapie, Bewegungstraining, Lungensport
- Impfungen gegen Grippe, Pneumokokken und weitere
- Beatmungstherapie (CPAP) bei Schlafapnoe, Sauerstoff bei schwerer COPD
- Umgang mit Angst: Atem- und Entspannungstechniken, Psychotherapie, bei Bedarf Antidepressiva. Beruhigungsmittel sind bei Atemwegserkrankungen mit Vorsicht zu behandeln und nur ärztlich abgestimmt zu nehmen.
Mehr dazu in den Lexikon-Kategorien „Körper- und Bewegungstherapien“ und „Beruhigungs- und Schlafmittel“.
6 Verlauf und Prognose
Asthma lässt sich mit richtiger Behandlung bei den meisten Menschen gut kontrollieren. COPD ist nicht heilbar, schreitet aber mit Rauchstopp und Therapie deutlich langsamer voran. Schlafapnoe bessert sich mit Behandlung oft rasch. Regelmäßige Kontrolle, Bewegung und Aufklärung verbessern die Lebensqualität.
7 Tipps für Angehörige
- Bei Atemnot ruhig bleiben, beruhigend sprechen, auf bequeme Haltung achten. Notfallspray in Reichweite halten.
- Den Rauchstopp unterstützen, ohne Vorwürfe.
- Auf Bewegung und Teilhabe achten. Schonung allein verschlechtert die Fitness.
- Bei starker Angst vor Atemnot zu Aufklärung und Therapie ermutigen.
8 Hilfe im Notfall
- Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
- Bei schwerer Atemnot, blauen Lippen, Brustschmerz, Verwirrtheit oder wenn das Notfallspray nicht hilft: sofort 112
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
9 Quellen
- Nationale VersorgungsLeitlinien Asthma und COPD
- Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation