Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Was ist das?
Die MBT wurde von Anthony Bateman und Peter Fonagy entwickelt. „Mentalisieren“ bedeutet, sich selbst und andere als Menschen mit Gefühlen, Gedanken und Absichten zu verstehen. Gerade unter starkem Stress und in Beziehungen geht diese Fähigkeit leicht verloren. Die MBT hilft, in solchen Momenten innezuhalten, Gefühle einzuordnen und Missverständnisse zu klären.
2 Ablauf
- Einzel- und Gruppensitzungen, oft in einem strukturierten Programm
- Therapeutin oder Therapeut erkundet neugierig, was gerade in Betroffenen und anderen vorgeht, anstatt zu deuten
- Üben von „Stopp, schau, höre, denke“ in konkreten Beziehungssituationen
- Bearbeitung aktueller Konflikte, Gefühle und Beziehungsprobleme
- Dauer in der Regel ein bis eineinhalb Jahre
3 Für wen ist es geeignet?
Gedacht vor allem für Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung, Selbstverletzung, instabilen Beziehungen und starker Gefühlsintensität. Es gibt auch Anwendungen bei Essstörungen, Depression und für Jugendliche und Familien.
4 Wirksamkeit und Evidenz
Studien zeigen bei Borderline-Störung gute Wirkung, unter anderem weniger Selbstverletzung, Suizidversuche und Klinikaufenthalte, vergleichbar mit anderen spezialisierten Verfahren wie der DBT. Auch bei Jugendlichen gibt es positive Befunde. Die Studienlage ist für andere Erkrankungen noch begrenzt.
5 Kosten und Zugang
Die MBT ist kein eigenständiges Kassenverfahren, wird aber im Rahmen tiefenpsychologisch fundierter Therapie oder in Kliniken und Ambulanzen angeboten und von den Kassen bezahlt, wenn die Einrichtung sie durchführt. Das Angebot ist begrenzt, Wartezeiten sind möglich.
6 Grenzen und Risiken
- Das Angebot ist nicht überall verfügbar, oft nur in spezialisierten Kliniken oder Ambulanzen.
- Die Therapie erfordert regelmäßige Teilnahme über längere Zeit.
- Bei akuter Gefährdung hat Sicherheit Vorrang.
- Der Ansatz ist weniger auf einzelne Übungen und Hausaufgaben ausgerichtet als die Verhaltenstherapie.
7 Quellen
- S3-Leitlinie Borderline-Persönlichkeitsstörung (AWMF-Register Nr. 038-015)
- Bateman, A.; Fonagy, P.: Mentalisierungsbasierte Therapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)