Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Was ist das?
Die ACT (gesprochen wie das Wort „act“) wurde von Steven Hayes entwickelt. Statt belastende Gedanken und Gefühle zu bekämpfen, lernen Betroffene, sie wahrzunehmen und zuzulassen, ohne sich von ihnen steuern zu lassen. Gleichzeitig klären sie, was ihnen im Leben wichtig ist (Werte), und gehen Schritte in diese Richtung. Das Ziel ist psychische Flexibilität.
2 Ablauf
- Achtsamkeitsübungen und Übungen zum Abstandnehmen von Gedanken (kognitive Defusion)
- Klärung von Werten und Zielen
- Übungen zum Zulassen unangenehmer Gefühle, statt sie zu vermeiden
- Planen und Umsetzen wertebasierter Handlungen im Alltag
- Einzel- oder Gruppensetting, oft kürzer als andere Verfahren
3 Für wen ist es geeignet?
Geeignet bei Depression, Angststörungen, chronischen Schmerzen, Stress, Zwangsstörungen und Belastungen im Zusammenhang mit körperlichen Erkrankungen. Besonders passend für Menschen, die sich in Grübeln und Vermeidung verfangen haben und ihr Leben wieder nach eigenen Werten ausrichten wollen.
4 Wirksamkeit und Evidenz
Die Studienlage ist gut und wächst. Für Depression, Angst und chronische Schmerzen ist die Wirksamkeit vergleichbar mit klassischer Verhaltenstherapie. Bei einigen Störungen sind die Befunde noch begrenzter. Leitlinien erwähnen achtsamkeits- und akzeptanzbasierte Verfahren je nach Erkrankung als ergänzende Option.
5 Kosten und Zugang
Die ACT ist kein eigenständiges Kassenverfahren, wird aber im Rahmen der Verhaltenstherapie angeboten und bezahlt, wenn die Therapeutin oder der Therapeut sie anwendet. Auch Kurse und Selbsthilfeprogramme gibt es, die teils selbst bezahlt werden. Digitale Angebote sind verfügbar.
6 Grenzen und Risiken
- Für Menschen, die konkrete Ratschläge und Lösungen erwarten, ist der akzeptierende Ansatz zunächst ungewohnt.
- Bei schweren Erkrankungen reicht sie allein oft nicht aus.
- Nicht jede Praxis bietet sie an.
- Das Zulassen unangenehmer Gefühle kann anfangs anstrengend sein.
7 Quellen
- Hayes, S. C.; Strosahl, K. D.; Wilson, K. G.: Akzeptanz- und Commitment-Therapie
- Leitlinien der AWMF zu Depression und chronischen Schmerzen (Hinweise auf achtsamkeits- und akzeptanzbasierte Verfahren)
- Deutschsprachige Gesellschaft für Kontextuelle Verhaltenswissenschaft (DGKV)