Zitat⚠️ Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche, therapeutische oder rechtliche Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Worum geht es?
Abhängigkeit ist eine Erkrankung, kein Charakterfehler. Sie betrifft das Umfeld: Vertrauen, Finanzen und Sicherheit leiden. Angehörige geraten leicht in Co-Abhängigkeit, also in ein Muster, das die Sucht unbeabsichtigt stützt.
2 Was Angehörige oft erleben
- Scham, Wut und Enttäuschung
- Misstrauen und Kontrolle
- Angst vor Rückfällen, Streit und Gewalt
- Rückzug aus Freundeskreis
3 Was hilft
- klar und ruhig Sorgen äußern („Ich mache mir Sorgen, weil …“)
- auf Beratung und Behandlung hinweisen
- Rückfälle als Teil des Weges einordnen
- eigene Grenzen benennen und einhalten
4 Was nicht hilft
- Konsum decken, Ausreden schreiben oder Folgen abnehmen
- Vorwürfe, Drohungen, Kontrolle
- in der Rauschphase diskutieren
- auf Dauer Verantwortung übernehmen
5 Praktische Tipps
- Beratungsstellen für Suchtfragen ansprechen
- Gespräche in nüchternem Zustand führen
- Eigene Finanzen schützen, Kinder im Blick behalten
6 Auf dich selbst achten
- Angehörigengruppen und Suchtberatung nutzen
- Eigene Gesundheit pflegen
- Klare Grenzen zu Geld und Wohnung
7 Wo gibt es Hilfe?
- Hausarztpraxis, Psychiatrie und Psychotherapie als erste Ansprechstellen
- Angehörigengruppen und Selbsthilfekontaktstellen (Suche über NAKOS)
- Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK) und regionale Landesverbände
- Psychosoziale Beratungsstellen, Sozialpsychiatrische Dienste und Pflegestützpunkte
8 In akuten Situationen
- Gewalt, Vergiftung, Bewusstlosigkeit: Notruf 112
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111
- Notruf: 112
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
9 Quellen
- S3-Leitlinien Alkoholbezogene Störungen / Medikamentenabhängigkeit (AWMF)
- Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS)
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation