Zitat⚠️ Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Medikamente bitte nie eigenmächtig ändern oder absetzen. Dosierungen nennen wir bewusst nicht.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Kurzüberblick
Von Adipositas spricht man ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30. Wichtiger als die Zahl sind Gesundheitsrisiken und Lebensqualität. Gewicht wird von Genen, Stoffwechsel, Umwelt, Stress und Psyche beeinflusst.
2 Symptome
- erhöhtes Körpergewicht und Bauchumfang
- Kurzatmigkeit, Gelenkschmerzen
- Schlafapnoe, Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte
3 Ursachen und Risikofaktoren
- erbliche Veranlagung
- Ernährung, Bewegungsmangel und Schlafmangel
- Stress, psychische Erkrankungen (z. B. Binge-Eating)
- Medikamente (z. B. manche Antipsychotika, Antidepressiva, Kortison), Hormonstörungen
4 Diagnostik
- BMI und Bauchumfang
- Blutzucker, Blutfette, Blutdruck, Schilddrüse
- Abklärung von Begleiterkrankungen und Essverhalten
5 Behandlung
- Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie über längere Zeit
- Medikamente zur Gewichtsreduktion nach ärztlicher Prüfung
- bariatrische Operation (z. B. Magenbypass) bei starker Adipositas
- Behandlung von Begleiterkrankungen
6 Verlauf und Prognose
Adipositas verläuft meist chronisch. Schon fünf bis zehn Prozent Gewichtsverlust können Blutdruck, Blutzucker und Gelenke spürbar entlasten.
7 Körper und Seele
- Stigma und Scham sind häufig und können selbst krank machen
- Depression, Binge-Eating und Körperbildstörungen treten gehäuft auf
- Bei Gewichtszunahme unter Psychopharmaka sollte die Medikation ärztlich überprüft werden, nicht eigenmächtig abgesetzt
8 Tipps für Angehörige
- Zuhören, ernst nehmen und nicht bewerten
- Bei Terminen begleiten, Fragen mitnotieren und praktische Hilfe im Alltag anbieten
- Verständnis für Schwankungen von Tagesform und Belastbarkeit zeigen
- Auf die eigenen Grenzen achten und selbst Unterstützung suchen, zum Beispiel in Angehörigengruppen
9 Hilfe im Notfall
- Atemnot in Ruhe, Brustschmerz oder starke Wassereinlagerung: ärztlich abklären
- Brustschmerz mit Schweiß: Notruf 112
- Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
- Telefonseelsorge bei seelischer Krise: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
10 Quellen
- S3-Leitlinie Adipositas – Prävention und Therapie (AWMF)
- Deutsche Adipositas-Gesellschaft
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation