Zitat⚠️ Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Medikamente bitte nie eigenmächtig ändern oder absetzen. Dosierungen nennen wir bewusst nicht.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Kurzüberblick
Beim Vorhofflimmern schlagen die Herzvorhöfe ungeordnet. Der Herzschlag wird unregelmäßig und oft schnell. Es kann anfallsweise auftreten oder dauerhaft bestehen.
2 Symptome
- unregelmäßiger, oft schneller Puls und Herzstolpern
- Schwindel, Schwäche, Atemnot
- Angst oder Beklemmung
- manchmal völlig ohne Beschwerden
3 Ursachen und Risikofaktoren
- höheres Alter, Bluthochdruck, Herzerkrankungen
- Schilddrüsenüberfunktion, Schlafapnoe
- Alkohol, Übergewicht, Diabetes
- Auslöser wie Stress, Schlafmangel oder Infekt
4 Diagnostik
- Puls tasten, EKG oder Langzeit-EKG
- Herzultraschall
- Blutwerte inklusive Schilddrüse
5 Behandlung
- Blutverdünnung (Antikoagulation), um Schlaganfälle zu verhindern
- Frequenzkontrolle mit Medikamenten
- Rhythmuskontrolle: Elektroschock (Kardioversion), Medikamente oder Katheterablation
- Behandlung der Auslöser, z. B. Bluthochdruck, Schlafapnoe
6 Verlauf und Prognose
Vorhofflimmern ist meist chronisch oder wiederkehrend, aber mit Blutverdünnung und Therapie gut beherrschbar. Wichtig ist, das Schlaganfallrisiko zu senken.
7 Körper und Seele
- Das unregelmäßige Herz löst oft Angst aus, und Angst kann Anfälle verstärken
- Vorhofflimmern-Anfälle und Panikattacken lassen sich schwer unterscheiden. Ein EKG im Anfall hilft.
- Alkohol, Koffein und Schlafmangel sollten im Blick bleiben
8 Tipps für Angehörige
- Zuhören, ernst nehmen und nicht bewerten
- Bei Terminen begleiten, Fragen mitnotieren und praktische Hilfe im Alltag anbieten
- Verständnis für Schwankungen von Tagesform und Belastbarkeit zeigen
- Auf die eigenen Grenzen achten und selbst Unterstützung suchen, zum Beispiel in Angehörigengruppen
9 Hilfe im Notfall
- Dauerhaft schneller, unregelmäßiger Puls mit Schwäche: ärztlich abklären
- Lähmungen, Sprachstörungen, Sehstörungen oder starker Brustschmerz: Notruf 112
- Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
- Telefonseelsorge bei seelischer Krise: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
10 Quellen
- Leitlinie Vorhofflimmern der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie
- Deutsche Herzstiftung
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation