Zitat⚠️ Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Medikamente bitte nie eigenmächtig ändern oder absetzen. Dosierungen nennen wir bewusst nicht.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Kurzüberblick
Bei Bluthochdruck ist der Druck in den Arterien dauerhaft erhöht. Als Richtwert gelten wiederholte Praxiswerte ab 140/90 mmHg als zu hoch. Meist gibt es keine eine einzelne Ursache, sondern ein Zusammenspiel aus Veranlagung und Lebensstil.
2 Symptome
- oft keine Beschwerden über Jahre
- Kopfschmerzen, besonders morgens, Schwindel oder Ohrensausen
- Herzklopfen, Nasenbluten oder Kurzatmigkeit bei starker Erhöhung
- Müdigkeit und Leistungsabfall
3 Ursachen und Risikofaktoren
- familiäre Veranlagung und höheres Alter
- Übergewicht, Bewegungsmangel, viel Salz, Alkohol, Rauchen
- Dauerstress und Schlafmangel
- selten Folge anderer Erkrankungen (z. B. Nieren, Hormone, Schlafapnoe) oder von Medikamenten
4 Diagnostik
- wiederholte Blutdruckmessungen in der Praxis und zu Hause (Selbstmessung)
- 24-Stunden-Blutdruckmessung
- Blut- und Urinuntersuchungen, EKG, bei Bedarf Ultraschall
- Suche nach Ursachen und Folgeschäden
5 Behandlung
- Lebensstil: Bewegung, Gewichtsreduktion, weniger Salz und Alkohol, Rauchstopp
- Blutdrucksenkende Medikamente (z. B. ACE-Hemmer, Sartane, Kalziumantagonisten, Diuretika), oft als Kombination
- regelmäßige Kontrolle und Anpassung durch die Ärztin oder den Arzt
- Medikamente nicht eigenmächtig absetzen
6 Verlauf und Prognose
Mit guter Einstellung lassen sich Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden deutlich seltener erreichen. Bluthochdruck ist meist eine lebenslange Erkrankung, die Behandlung dauert an.
7 Körper und Seele
- Dauerstress, Angst und Depression können den Blutdruck erhöhen
- Die Diagnose kann Sorgen auslösen; manche messen zu oft. Feste Messzeiten helfen.
- Manche Antidepressiva und Stimulanzien können den Blutdruck beeinflussen. Das gehört in die ärztliche Abstimmung.
8 Tipps für Angehörige
- Zuhören, ernst nehmen und nicht bewerten
- Bei Terminen begleiten, Fragen mitnotieren und praktische Hilfe im Alltag anbieten
- Verständnis für Schwankungen von Tagesform und Belastbarkeit zeigen
- Auf die eigenen Grenzen achten und selbst Unterstützung suchen, zum Beispiel in Angehörigengruppen
9 Hilfe im Notfall
- sehr hohe Werte mit starken Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Atemnot: ärztlich abklären lassen
- Brustschmerz, Lähmungen, Sprachstörung: sofort Notruf 112
- Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
- Telefonseelsorge bei seelischer Krise: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
10 Quellen
- Nationale VersorgungsLeitlinie / S3-Leitlinie Hypertonie (AWMF, Deutsche Hochdruckliga)
- Deutsche Herzstiftung: Informationen zu Bluthochdruck
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation