Zitat⚠️ Medikamente nie eigenmächtig ändern oder absetzen. Bitte immer Rücksprache mit Ärztin oder Arzt halten. Dieser Artikel nennt bewusst keine Dosierungen.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Wirkstoff und Handelsnamen
Wirkstoff Morphin. Beispiele für Handelsnamen: MST, Sevredol sowie Generika.
Die Verfügbarkeit einzelner Präparate kann wechseln. Aktuelle Informationen bieten die Rote Liste und die Apotheke.
2 Wirkstoffgruppe
Schmerzmittel, Wirkstoffgruppe Opioide. Verschreibungspflichtig, teils Betäubungsmittelrecht.
3 Anwendungsgebiete
- starke und stärkste Schmerzen, besonders Tumorschmerzen und Schmerzen in der Palliativmedizin
Zulassung und Anwendungsgebiete können sich je nach Präparat unterscheiden. Maßgeblich sind die Fachinformation und die ärztliche Verordnung.
4 Wirkweise
Opioide docken an körpereigene Schmerzrezeptoren (Opioidrezeptoren) im Nerven- und Hirngewebe an und dämpfen die Schmerzweiterleitung und das Schmerzempfinden. Sie wirken auch dämpfend und beeinflussen die Stimmung.
5 Häufige Nebenwirkungen
- Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, besonders zu Beginn
- Verstopfung (fast immer, Abführmittel oft nötig)
- Juckreiz, Schwitzen, Mundtrockenheit
- Atemdepression bei Überdosierung oder in Kombination mit anderen dämpfenden Mitteln
- körperliche Gewöhnung, Abhängigkeit, bei Dauereinnahme Entzugserscheinungen
- Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit
- das Referenz-Opioid, besonders bei Nierenschwäche ärztlich anpassen
Wichtig: Opioide nur nach ärztlicher Verordnung und nur so lange wie nötig einnehmen. Für Kinder und andere Personen unzugänglich aufbewahren. Bei Atemverlangsamung, Bewusstlosigkeit oder Verdacht auf Überdosierung sofort 112.
6 Wechselwirkungen
- Alkohol, Benzodiazepine, Schlaf- und Beruhigungsmittel: Atemdepression, Bewusstlosigkeit, Lebensgefahr
- Serotonerge Mittel (SSRI, SNRI, MAO-Hemmer): Serotoninsyndrom möglich (besonders bei Tramadol, Tapentadol)
- Mittel, die den Abbau über CYP3A4 oder CYP2D6 verändern, beeinflussen die Wirkung
- andere Opioide nicht ohne ärztliche Anweisung kombinieren
7 Absetzen
Opioide nicht abrupt absetzen. Nach längerer Einnahme sind Entzugserscheinungen (Unruhe, Schweißausbrüche, Durchfall, Gliederschmerzen) möglich. Das Absetzen erfolgt schrittweise und ärztlich begleitet.
8 Quellen
- S3-Leitlinie Langzeitanwendung von Opioiden bei nicht-tumorbedingten Schmerzen (LONTS, AWMF)
- Fachinformation und Gebrauchsinformation des jeweiligen Präparats
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
- Rote Liste