Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
Hinweis: Dieser Artikel behandelt Krebserkrankungen und die damit verbundenen Belastungen. Er nennt keine Zahlen zu Überlebenschancen einzelner Krebsarten.
1 Kurzüberblick
Krebs ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen, bei denen Körperzellen unkontrolliert wachsen. Es gibt sehr viele verschiedene Krebsarten mit ganz unterschiedlichem Verlauf und unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten.
Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen ein Schock. Viele erleben Angst, Hilflosigkeit, Trauer, Wut oder das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Das sind normale Reaktionen auf eine außergewöhnliche Situation. Bei einem Teil der Betroffenen entwickeln sich daraus Anpassungsstörungen, Depressionen oder Angsterkrankungen, die behandelt werden sollten.
2 Symptome
Krebssymptome sind je nach Krebsart sehr unterschiedlich. Mögliche Warnzeichen, die ärztlich abgeklärt werden sollten, sind zum Beispiel:
- ungewollter Gewichtsverlust, anhaltende Erschöpfung, Fieber oder Nachtschweiß ohne klare Ursache
- tastbare Knoten oder Schwellungen, Veränderungen von Muttermalen
- Blut im Stuhl, Urin oder Auswurf, lange anhaltender Husten oder Heiserkeit
- Schluck- oder Verdauungsbeschwerden, anhaltende Schmerzen
Diese Beschwerden haben meist andere, harmlose Ursachen. Wer sie bei sich bemerkt, sollte sie dennoch ärztlich prüfen lassen.
Seelische Belastungen während und nach der Erkrankung:
- Angst vor Rückfall, vor Untersuchungen und Ergebnissen
- Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, Interessenverlust
- tiefe Erschöpfung (Fatigue), Konzentrations- und Schlafprobleme
- Sorgen um Familie, Arbeit und Finanzen, Scham oder Veränderung des Körperbildes
Wenn diese Beschwerden über Wochen anhalten oder den Alltag stark beeinträchtigen, ist professionelle Hilfe sinnvoll.
3 Ursachen und Risikofaktoren
Krebs entsteht durch Veränderungen im Erbgut von Zellen. Risikofaktoren sind unter anderem:
- Alter und erbliche Veranlagung
- Rauchen, Alkohol, ungünstige Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht
- UV-Strahlung, bestimmte Infektionen, Schadstoffe
Seelische Belastung allein verursacht keinen Krebs. Niemand ist „schuld“ an seiner Erkrankung.
4 Diagnostik
- Untersuchungen je nach Beschwerden: körperliche Untersuchung, Blutwerte, Bildgebung (Ultraschall, CT, MRT), Spiegelungen
- Gewebeprobe (Biopsie) zur Sicherung der Diagnose
- Besprechung in einem Tumorboard, in dem mehrere Fachrichtungen die Behandlung gemeinsam planen
- Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen nach Alter und Risiko
5 Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Krebsart und Stadium und kann mehrere Bausteine umfassen:
- Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, Hormon-, zielgerichtete und Immuntherapie
- begleitende Behandlung von Beschwerden wie Übelkeit, Schmerzen und Erschöpfung (supportive Therapie)
- Rehabilitation und Nachsorge
- Palliativmedizin, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. Sie lindert Beschwerden und verbessert Lebensqualität und kann schon früh ergänzend eingesetzt werden.
Psychoonkologie: Psychoonkologinnen und Psychoonkologen begleiten Betroffene und Angehörige mit Gesprächen, Entspannungsverfahren und, bei Bedarf, Psychotherapie. Sie sind in Krebszentren und Krebsberatungsstellen zu finden. Bei Depression oder Angst können auch Medikamente helfen, die mit der Krebstherapie abgestimmt werden.
6 Verlauf und Prognose
Der Verlauf hängt stark von Krebsart, Stadium und individuellen Faktoren ab. Viele Krebserkrankungen sind heute gut behandelbar oder heilbar, andere lassen sich lange kontrollieren. Seelisch durchlaufen viele Betroffene ein Auf und Ab. Auch nach erfolgreicher Behandlung bleiben Angst und Erschöpfung manchmal lange bestehen. Hilfe ist auch dann sinnvoll.
7 Tipps für Angehörige
- Zuhören, ohne sofort Lösungen zu liefern oder zu beruhigen. Floskeln wie „Das wird schon“ helfen selten.
- Konkrete Hilfe anbieten, zum Beispiel Fahrten, Einkaufen, Begleitung zu Terminen.
- Normalität zulassen: Gespräche über andere Themen können guttun.
- Offen mit Kindern sprechen, altersgerecht und ehrlich.
- Eigene Erschöpfung ernst nehmen. Auch Angehörige haben Anspruch auf Beratung und psychoonkologische Unterstützung.
8 Hilfe im Notfall
- Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
- Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: 0800 420 30 40 (kostenlos, täglich)
- Krebsberatungsstellen in deiner Nähe vermittelt der Krebsinformationsdienst oder die Deutsche Krebsgesellschaft.
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
9 Quellen
- Leitlinienprogramm Onkologie (S3-Leitlinien), darunter Psychoonkologie (AWMF-Register Nr. 032-051OL)
- Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
- Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation