Zitat⚠️ Medikamente nie eigenmächtig ändern oder absetzen. Bitte immer Rücksprache mit Ärztin oder Arzt halten. Dieser Artikel nennt bewusst keine Dosierungen.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Wirkstoff und Handelsnamen
Wirkstoff Temazepam. Beispiel für Handelsnamen: Remestan sowie Generika.
Die Verfügbarkeit einzelner Präparate kann wechseln. Aktuelle Informationen bieten die Rote Liste und die Apotheke.
2 Wirkstoffgruppe
Beruhigungs- und Schlafmittel, Wirkstoffgruppe Benzodiazepine. Verschreibungspflichtig, mit Abhängigkeitspotenzial.
3 Anwendungsgebiete
- Einschlaf- und Durchschlafstörungen, kurzzeitig
Zulassung und Anwendungsgebiete können sich je nach Präparat unterscheiden. Maßgeblich sind die Fachinformation und die ärztliche Verordnung.
4 Wirkweise
Benzodiazepine verstärken die Wirkung des dämpfenden Botenstoffs GABA im Gehirn. Dadurch lassen Angst und Anspannung schnell nach, Muskeln entspannen sich, der Schlaf wird erleichtert, und Krampfanfälle werden gehemmt. Die Wirkung tritt rasch ein, nutzt sich aber bei Dauereinnahme ab (Toleranz).
5 Häufige Nebenwirkungen
- Müdigkeit, Benommenheit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, verlangsamte Reaktion
- Muskelschwäche, Schwindel und erhöhtes Sturzrisiko, besonders bei älteren Menschen
- Verwirrtheit, emotionale Abstumpfung, selten paradoxe Reaktionen (Unruhe, Aggressivität)
- körperliche und psychische Abhängigkeit mit Dosissteigerung und Entzugserscheinungen
- Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit
Wichtig: Benzodiazepine sind nur für kurze Behandlungen gedacht, meist wenige Wochen. Schon danach kann eine körperliche Abhängigkeit entstehen. Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen können deutlich beeinträchtigt sein, auch am Folgetag. Bei Überdosierung oder Kombination mit Alkohol oder Opioiden besteht Lebensgefahr: sofort 112.
6 Wechselwirkungen
- Alkohol: verstärkt die Wirkung gefährlich, Atemdepression möglich
- Opioide (starke Schmerzmittel) und andere dämpfende Mittel: Gefahr von Atemstörung und Bewusstlosigkeit, die Kombination ist besonders gefährlich
- andere Psychopharmaka, sedierende Antihistaminika und Antiepileptika addieren die Dämpfung
- bestimmte Antibiotika, Pilzmittel und Grapefruitsaft können den Abbau verlangsamen (je nach Wirkstoff)
7 Absetzen
Nicht abrupt absetzen. Nach längerer Einnahme können schwere Entzugserscheinungen auftreten: Unruhe, Angst, Zittern, Schwitzen, Schlaflosigkeit, Wahrnehmungsstörungen, in seltenen Fällen Krampfanfälle. Das Absetzen sollte schrittweise (Ausschleichen) und unter ärztlicher Begleitung erfolgen. Medikamentenabhängigkeit ist eine behandelbare Erkrankung. Hilfe geben Hausarztpraxen, Suchtberatungsstellen und spezialisierte Kliniken.
8 Quellen
- S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen (AWMF-Register Nr. 038-025)
- S3-Leitlinie Nicht erholsamer Schlaf / Schlafstörungen (AWMF-Register Nr. 063-001)
- Fachinformation und Gebrauchsinformation des jeweiligen Präparats
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
- Rote Liste