Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Was ist das?
Die TP geht auf die Psychoanalyse zurück, arbeitet aber weniger intensiv und mit einem klaren Schwerpunkt auf einem aktuellen Konflikt oder Thema. Im Gespräch werden Gefühle, Erinnerungen und Beziehungsmuster betrachtet und neu verstanden. Auch die Beziehung zur Therapeutin oder zum Therapeuten dient dem Verstehen.
2 Ablauf
- Meist ein Termin pro Woche von etwa 50 Minuten, im Sitzen
- Offenes Gespräch mit Raum für spontane Einfälle, aber mit therapeutischem Fokus
- Kurz- oder Langzeittherapie über Monate bis zu einigen Jahren
- Gemeinsames Erarbeiten eines Verständnisses, wie frühere Erfahrungen die heutigen Beschwerden prägen
3 Für wen ist es geeignet?
Geeignet bei Depression, Angststörungen, Beziehungsproblemen, belastenden Lebensereignissen, psychosomatischen Beschwerden und wiederkehrenden Mustern. Besonders passend für Menschen, die verstehen möchten, warum sie so fühlen und handeln, und die in Gesprächen über Gefühle und Lebensgeschichte arbeiten möchten.
4 Wirksamkeit und Evidenz
Die Wirksamkeit ist für viele Erkrankungen gut belegt, etwa bei Depression, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen. Studien zeigen insgesamt ähnlich gute Effekte wie bei der Verhaltenstherapie, teils mit Vorteilen in der Nachhaltigkeit. Die Studienlage ist je nach Erkrankung unterschiedlich umfangreich.
5 Kosten und Zugang
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten vollständig, ohne Zuzahlung. Der Ablauf ist wie bei anderen Kassenverfahren: Sprechstunde, Probesitzungen, Antrag. Private Kassen und Beihilfe erstatten je nach Tarif.
6 Grenzen und Risiken
- Der Prozess ist weniger strukturiert und weniger auf konkrete Übungen ausgerichtet. Das passt nicht zu allen.
- Bei akuten Krisen oder starken Symptomen sind zusätzlich andere Maßnahmen nötig.
- Das Aufarbeiten belastender Themen kann zeitweise anstrengend sein.
- Die Therapiedauer kann länger sein als bei Verhaltenstherapie.
7 Quellen
- S3-Leitlinien der AWMF zu Depression und Angststörungen
- Psychotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)
- Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)