Zitat⚠️ Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Medikamente bitte nie eigenmächtig ändern oder absetzen. Dosierungen nennen wir bewusst nicht.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Kurzüberblick
Bei Fibromyalgie bestehen chronische Schmerzen an mehreren Stellen des Körpers ohne erkennbare Gewebeschädigung. Man vermutet eine veränderte Schmerzverarbeitung im Nervensystem. Die Beschwerden sind real.
2 Symptome
- Schmerzen in Muskeln, Sehnen und Gelenken an vielen Körperstellen
- Erschöpfung, nicht erholsamer Schlaf
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme („Fibro-Nebel“)
- Kopfschmerzen, Reizdarm, Überempfindlichkeit
3 Ursachen und Risikofaktoren
- Ursache nicht vollständig geklärt
- Veranlagung, Stress und Belastungen in der Lebensgeschichte
- körperliche Erkrankungen und Infekte können Auslöser sein
4 Diagnostik
- Gespräch und körperliche Untersuchung
- Blutwerte, um andere Erkrankungen auszuschließen
- Beschreibung der Schmerzorte und Beschwerden
5 Behandlung
- Aufklärung und Schulung
- angepasstes Ausdauer- und Krafttraining, Wärme, Entspannung
- Psychotherapie, z. B. Schmerzbewältigung
- Medikamente zurückhaltend, z. B. bestimmte Antidepressiva oder Antikonvulsiva nach ärztlicher Abwägung
6 Verlauf und Prognose
Fibromyalgie verläuft meist chronisch mit wechselnder Stärke. Aktivität, Schlaf und seelische Entlastung verbessern den Alltag oft.
7 Körper und Seele
- Depression und Angst sind häufig; die Erkrankung ist aber nicht „eingebildet“
- Schmerz und Stimmung beeinflussen sich gegenseitig
- Verhaltenstherapie und Achtsamkeit zeigen gute Wirkung
8 Tipps für Angehörige
- Zuhören, ernst nehmen und nicht bewerten
- Bei Terminen begleiten, Fragen mitnotieren und praktische Hilfe im Alltag anbieten
- Verständnis für Schwankungen von Tagesform und Belastbarkeit zeigen
- Auf die eigenen Grenzen achten und selbst Unterstützung suchen, zum Beispiel in Angehörigengruppen
9 Hilfe im Notfall
- neue, starke oder einseitige Schmerzen, Fieber, Lähmung: ärztlich abklären
- Suizidgedanken: sofort Hilfe holen (Telefonseelsorge 0800 111 0 111, Notruf 112)
- Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
- Telefonseelsorge bei seelischer Krise: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
10 Quellen
- S3-Leitlinie Fibromyalgiesyndrom (AWMF)
- Deutsche Schmerzgesellschaft
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation