Zitat⚠️ Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Medikamente bitte nie eigenmächtig ändern oder absetzen. Dosierungen nennen wir bewusst nicht.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Kurzüberblick
Bei der häufigsten Form, der obstruktiven Schlafapnoe, erschlafft die Rachenmuskulatur und der Atemweg wird im Schlaf verschlossen. Die Atmung setzt kurz aus, der Schlaf wird gestört.
2 Symptome
- lautes Schnarchen mit Atempausen
- Tagesmüdigkeit und Einschlafneigung
- Kopfschmerzen am Morgen, Mundtrockenheit
- Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit
3 Ursachen und Risikofaktoren
- Übergewicht
- Anatomie von Rachen und Kiefer, höheres Alter
- Alkohol und Beruhigungsmittel am Abend
- Rauchen, männliches Geschlecht, nach den Wechseljahren häufiger
4 Diagnostik
- Befragung, Screening zuhause
- Schlaflabor mit Polysomnografie
- Untersuchung von HNO und Lunge
5 Behandlung
- Gewichtsabnahme, Verzicht auf Alkohol am Abend
- CPAP-Maske, die den Atemweg offen hält
- Unterkieferprotrusionsschiene bei leichteren Formen
- selten operative Verfahren
6 Verlauf und Prognose
Unbehandelt erhöht sich das Risiko für Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Schlaganfall. Mit CPAP bessert sich die Müdigkeit meist rasch.
7 Körper und Seele
- Schlafapnoe kann Depression, Gereiztheit und Konzentrationsstörungen verursachen oder verstärken
- Wenn Depression trotz Behandlung nicht weicht, lohnt sich die Abklärung von Schlafstörungen
- Beruhigungsmittel können die Atmung im Schlaf zusätzlich beeinträchtigen. Ärztliche Rücksprache ist wichtig.
8 Tipps für Angehörige
- Zuhören, ernst nehmen und nicht bewerten
- Bei Terminen begleiten, Fragen mitnotieren und praktische Hilfe im Alltag anbieten
- Verständnis für Schwankungen von Tagesform und Belastbarkeit zeigen
- Auf die eigenen Grenzen achten und selbst Unterstützung suchen, zum Beispiel in Angehörigengruppen
9 Hilfe im Notfall
- Einschlafen am Steuer oder bei Gesprächen: dringend ärztlich abklären und nicht fahren
- nächtliche Atemnot mit Brustschmerz: Notruf 112
- Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
- Telefonseelsorge bei seelischer Krise: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
10 Quellen
- S3-Leitlinie Schlafbezogene Atmungsstörungen (AWMF)
- Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation