Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
Hinweis: Dieser Artikel spricht Suizidgedanken an. Er beschreibt keine Methoden. Wenn es dir gerade sehr schlecht geht, lies zuerst den Abschnitt „Hilfe im Notfall“.
1 Kurzüberblick
Suizidgedanken sind oft Ausdruck eines Wunsches, dass das Leid aufhört, und nicht unbedingt des Wunsches zu sterben. Sie kommen bei vielen Menschen in Krisen vor und vergehen oft wieder. Über sie zu sprechen entlastet und schützt.
2 Symptome
- Gedanken an Tod oder Suizid, Hoffnungslosigkeit, das Gefühl, eine Last zu sein
- Rückzug, Verschenken persönlicher Dinge, Abschiednehmen
- starke innere Anspannung, Schlaflosigkeit, Verzweiflung
- plötzliche Ruhe nach langer Verzweiflung
- Alkohol- oder Drogenkonsum, Selbstverletzung
3 Ursachen und Risikofaktoren
- Zusammenspiel mehrerer Faktoren
- belastende Lebensumstände und Stress
- psychische oder körperliche Erkrankungen
- individuelle Veranlagung
4 Diagnostik
- Gespräch mit Hausarztpraxis, Psychiatrie oder Psychotherapie
- Fragebögen als Hilfsmittel
- körperliche Untersuchung bei Bedarf
- Abklärung begleitender Erkrankungen
5 Behandlung
- sofortige Hilfe in akuter Gefahr: Krisenintervention, Klinikaufnahme
- Sicherheitsplan: Warnzeichen, Strategien, Kontakte, sichere Umgebung
- Psychotherapie, die Suizidgedanken direkt behandelt, und Behandlung der Grunderkrankung
- Medikamente nach ärztlicher Entscheidung, z. B. Lithium bei bipolarer Störung oder Clozapin bei Schizophrenie
- Nachsorge nach einer Krise
6 Verlauf und Prognose
Suizidalität ist meist zeitlich begrenzt und gut behandelbar. Mit Unterstützung finden die meisten Menschen wieder Hoffnung und Lebensmut.
7 Tipps für Angehörige
- Direkt und ruhig ansprechen. Das Fragen löst keinen Suizid aus, sondern entlastet oft.
- Zuhören, ohne zu bewerten, keine Vorwürfe und keine Floskeln
- Nicht allein lassen, bei akuter Gefahr bleiben und Hilfe holen
- Gefährliche Mittel aus der Nähe entfernen, wenn es sicher möglich ist
- Selbst Hilfe holen: Auch Angehörige dürfen sich bei der Telefonseelsorge beraten lassen
8 Hilfe im Notfall
- Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, auch 116 123 (kostenlos, anonym, rund um die Uhr), Chat und E-Mail über telefonseelsorge.de
- Kinder und Jugendliche: Nummer gegen Kummer 116 111 (kostenlos)
- Du kannst auch direkt in die nächste psychiatrische Klinik oder Notaufnahme gehen
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
9 Quellen
- Nationales Suizidpräventionsprogramm für Deutschland (NaSPro)
- S3-Leitlinie / Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression: Hinweise zu Suizidalität
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation