Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Kurzüberblick
Kinder mit ADHS haben anhaltende Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Unruhe, die über das altersübliche Maß hinausgehen. Die Beschwerden bestehen in mehreren Lebensbereichen, etwa in Schule und Familie. Mädchen fallen oft später auf, weil sie eher verträumt als unruhig wirken.
2 Symptome
- Unaufmerksamkeit: leicht ablenkbar, vergesslich, Schwierigkeiten, Aufgaben zu Ende zu bringen
- Hyperaktivität: Zappeln, Schwierigkeiten still zu sitzen, ständige Bewegung
- Impulsivität: Dazwischenreden, Schwierigkeit zu warten, vorschnelles Handeln
- Probleme in Schule, Freundschaften und mit Regeln
- häufige Begleiter: Lernprobleme, Ängste, Trotzverhalten
3 Ursachen und Risikofaktoren
- Neuroentwicklungsstörungen sind in hohem Maß erblich bedingt und hängen mit der Entwicklung und Vernetzung des Gehirns zusammen
- Sie sind nicht durch Erziehungsfehler, Impfungen oder zu viel Medienkonsum verursacht
- Umweltfaktoren wie Komplikationen in Schwangerschaft und Geburt können das Risiko erhöhen
- Das Umfeld beeinflusst, wie stark sich Schwierigkeiten ausprägen
4 Diagnostik
- ausführliche Erhebung der Entwicklungsgeschichte, bei Erwachsenen möglichst mit Berichten von Eltern, Zeugnissen oder Partnern
- Fragebögen, Tests und Verhaltensbeobachtung
- Abklärung anderer Ursachen und häufiger Begleiterkrankungen wie Depression, Angst oder Schlafstörungen
- Spezialisierte Ambulanzen und Fachpraxen; Wartezeiten sind oft lang
5 Behandlung
- Aufklärung und Elterntraining, Verhaltenstherapie für das Kind
- Strukturen und klare Regeln in Familie und Schule, Unterstützung durch Schule
- Medikamente, vor allem Stimulanzien wie Methylphenidat, oder Atomoxetin und Guanfacin, ärztlich eingestellt und kontrolliert
- Behandlung von Begleiterkrankungen
6 Verlauf und Prognose
ADHS besteht oft bis ins Erwachsenenalter, die Ausprägung ändert sich aber. Mit früher Hilfe verbessern sich Schul- und Lebensaussichten deutlich.
7 Tipps für Angehörige
- Verhalten als Teil der Besonderheit verstehen, nicht als bösen Willen
- Klare, verlässliche Strukturen und Routinen schaffen, Anweisungen kurz und eindeutig halten
- Stärken sichtbar machen und fördern
- Eltern sind nicht schuld. Beratungsstellen, Elterngruppen und Selbsthilfe nutzen.
8 Hilfe im Notfall
- Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
9 Quellen
- S3-Leitlinie ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (AWMF-Register Nr. 028-045)
- S3-Leitlinie Autismus-Spektrum-Störungen (AWMF)
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation