Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
Hinweis: Dieser Artikel spricht Rauchen und Abhängigkeit an.
1 Kurzüberblick
Nikotin macht körperlich und psychisch abhängig. Rauchen schädigt fast alle Organe und verkürzt das Leben. Menschen mit psychischen Erkrankungen rauchen häufiger und profitieren besonders vom Rauchstopp.
2 Symptome
- starkes Verlangen nach Zigaretten, Rauchen kurz nach dem Aufwachen
- Entzug mit Reizbarkeit, Unruhe, Konzentrationsproblemen, Appetit und Schlafstörungen
- Weiterrauchen trotz Krankheit
- Rauchen zur Stress- und Gefühlsregulation
3 Ursachen und Risikofaktoren
- Wirkung und Verfügbarkeit der Substanz oder des Verhaltens, Veränderung des Belohnungssystems im Gehirn
- Person: erbliche Einflüsse, früher Konsumbeginn, Stressbewältigung, psychische Erkrankungen (Konsum als Selbstbehandlung)
- Umfeld: Verfügbarkeit, Gruppendruck, belastende Lebensumstände
4 Diagnostik
- Gespräch über Konsum, Folgen und Entzug, ohne Verurteilung
- Screening-Fragebögen (z. B. AUDIT bei Alkohol)
- körperliche Untersuchung und Laborwerte, um Folgeschäden und Entzugsrisiken einzuschätzen
- Prüfung weiterer psychischer Erkrankungen (Doppeldiagnose)
5 Behandlung
- Beratung und Verhaltenstherapie, auch als Gruppenprogramm
- Nikotinersatz (Pflaster, Kaugummi, Lutschtabletten) oder Vareniclin, Bupropion nach ärztlicher Entscheidung
- Rauchstopp-Programme der Krankenkassen und Telefonberatung
- bei psychischen Erkrankungen und Medikamenten (z. B. Clozapin, Olanzapin) ärztlich besprechen, weil sich Spiegel ändern
6 Verlauf und Prognose
Viele Menschen brauchen mehrere Versuche. Mit Unterstützung steigt die Erfolgsquote deutlich.
7 Tipps für Angehörige
- Sorgen ehrlich und ohne Vorwurf ansprechen
- Konsum nicht decken, entschuldigen oder Folgen abnehmen
- Klare Grenzen setzen und einhalten
- Auf Co-Abhängigkeit achten und eigene Hilfe holen, zum Beispiel bei Suchtberatungsstellen oder Angehörigengruppen
8 Hilfe im Notfall
- Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
- Bei Überdosierung, Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen oder schwerem Entzug: sofort 112
- Suchtberatungsstellen findest du über das Suchthilfeverzeichnis (suchthilfeverzeichnis.de) oder die Hausarztpraxis.
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
9 Quellen
- S3-Leitlinie Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung (AWMF)
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)