Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Kurzüberblick
Betroffene fühlen sich unwohl, wenn sie nicht im Mittelpunkt stehen, und setzen Auftreten und Aussehen ein, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Hinter dem Verhalten stehen oft Unsicherheit und Angst vor Ablehnung.
2 Symptome
- starkes Bedürfnis, im Mittelpunkt zu stehen
- rasch wechselnde, oft oberflächlich wirkende Gefühle
- dramatischer Gefühlsausdruck
- Beeinflussbarkeit durch andere
- Beziehungen werden als enger erlebt, als sie sind
3 Ursachen und Risikofaktoren
- Veranlagung und Temperament
- belastende Kindheitserfahrungen, instabile oder verletzende Bindungen
- Lernprozesse und früh gelernte Muster im Umgang mit Gefühlen und Beziehungen
- aktuelle Belastungen können die Beschwerden verstärken
4 Diagnostik
- ausführliches Gespräch und strukturierte Interviews
- Betrachtung von Beginn, Dauer und Auswirkungen in vielen Lebensbereichen
- Abgrenzung zu Depression, Angst, Traumafolgen, ADHS und Substanzwirkung
- Die Diagnose wird nicht vorschnell gestellt, besonders nicht bei Jugendlichen
5 Behandlung
- Psychotherapie, besonders mit Fokus auf Selbstwert, Gefühlsregulation und Beziehungen
- tiefenpsychologische und schematherapeutische Verfahren
- Behandlung begleitender Depression oder Angst
6 Verlauf und Prognose
Mit Therapie und zunehmendem Alter bessern sich Beziehungsmuster bei vielen Betroffenen.
7 Tipps für Angehörige
- Gefühle ernst nehmen und bestätigen, auch wenn man das Verhalten nicht gutheißt
- Klar, ruhig und verlässlich bleiben und eigene Grenzen freundlich, aber deutlich benennen
- Eigene Entlastung suchen: Angehörigengruppen und Beratung
- Bei Gefahr für sich oder andere Notruf 112
8 Hilfe im Notfall
- Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
9 Quellen
- S3-Leitlinien der AWMF zu Persönlichkeitsstörungen
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)