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    1. Selbsthilfeforum für psychische Erkrankungen | Seelenfarben
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    Trichotillomanie (Haare ausreißen)

    • Shalin
    • 1. November 2026 um 02:00
    • 4 mal gelesen
    • Eintrag
    • Bewertungen 0
    • Bei der Trichotillomanie reißen Betroffene sich immer wieder eigene Haare aus und schaffen es nicht, damit aufzuhören.

      Zitat

      ⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.

      Letzte Prüfung: 01.11.2026

      1 Kurzüberblick

      Das Haareausreißen geschieht oft in Anspannung, Langeweile oder unbewusst und führt zu sichtbarem Haarverlust. Viele Betroffene schämen sich und verbergen es. Die Erkrankung gehört zu den Zwangsspektrum-Störungen.

      2 Symptome

      • wiederholtes Ausreißen von Kopfhaaren, Augenbrauen, Wimpern oder anderen Haaren
      • sichtbare kahle Stellen und Versuche, sie zu verbergen
      • Anspannung vor dem Ausreißen und Erleichterung danach
      • vergebliche Versuche, damit aufzuhören

      3 Ursachen und Risikofaktoren

      • Veranlagung, erbliche Einflüsse
      • Auffälligkeiten in Schaltkreisen, die Handlungen und Bewertungen steuern
      • Lernprozesse: das Ritual senkt die Anspannung kurzfristig und verfestigt den Zwang
      • Perfektionismus, ausgeprägtes Verantwortungsgefühl und Stress als Auslöser

      4 Diagnostik

      • Gespräch mit Psychiatrie oder Psychotherapie
      • strukturierte Interviews oder Fragebögen (z. B. die Y-BOCS)
      • Abgrenzung zu Angst, Depression, Tic-Störungen und anderen Zwangsspektrum-Störungen
      • körperliche Untersuchung bei Verdacht auf körperliche Ursachen

      5 Behandlung

      • Habit-Reversal-Training in der Verhaltenstherapie: Auslöser erkennen und alternative Handlungen einüben
      • Achtsamkeits- und Akzeptanzverfahren
      • begleitende Behandlung von Angst und Depression
      • Medikamente nur als Ergänzung nach ärztlicher Entscheidung

      6 Verlauf und Prognose

      Mit spezialisierter Verhaltenstherapie lässt sich das Verhalten bei vielen Betroffenen deutlich verringern. Rückfälle bei Stress sind möglich.

      7 Tipps für Angehörige

      • Zwang als Erkrankung verstehen. Vorwürfe helfen nicht.
      • Nicht an Ritualen beteiligen und Rückversicherung schrittweise verringern, am besten in Absprache mit der Therapeutin oder dem Therapeuten
      • Fortschritte anerkennen, auch kleine
      • Eigene Entlastung suchen, zum Beispiel in Angehörigengruppen

      8 Hilfe im Notfall

      • Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
      • Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
      • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117

      9 Quellen

      • S3-Leitlinie Zwangsstörungen (AWMF-Register Nr. 038-017)
      • Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation
      • Deutsche Gesellschaft Zwangsstörungen e. V.
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    Inhaltsverzeichnis

    • 1 Kurzüberblick
    • 2 Symptome
    • 3 Ursachen und Risikofaktoren
    • 4 Diagnostik
    • 5 Behandlung
    • 6 Verlauf und Prognose
    • 7 Tipps für Angehörige
    • 8 Hilfe im Notfall
    • 9 Quellen

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