Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Kurzüberblick
Eine Panikattacke erreicht innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt und klingt meist nach einiger Zeit von selbst ab. Bei der Panikstörung kommen sie wiederholt vor, und die Angst vor der nächsten Attacke (Erwartungsangst) bestimmt zunehmend den Alltag.
2 Symptome
- Herzrasen, Atemnot, Engegefühl, Schwitzen, Zittern, Schwindel, Übelkeit
- Angst, die Kontrolle zu verlieren, verrückt zu werden oder zu sterben
- Gefühl der Unwirklichkeit
- Erwartungsangst und Vermeiden von Orten, an denen Attacken auftraten
3 Ursachen und Risikofaktoren
- Veranlagung und ängstlich-gehemmtes Temperament
- Lernerfahrungen: Vermeiden entlastet kurzfristig und hält die Angst langfristig aufrecht
- Dauerstress, Belastungen, belastende Erfahrungen
- körperliche Faktoren wie Schilddrüsenüberfunktion, viel Koffein, Alkohol, Drogen und manche Medikamente
4 Diagnostik
- Gespräch zu Beschwerden, Auslösern und Vermeidungsverhalten
- Fragebögen als Hilfsmittel, zum Beispiel der GAD-7
- körperliche Untersuchung (z. B. Herz, Schilddrüse), um körperliche Ursachen auszuschließen
- Abgrenzung zu Depression, Zwang und Substanzwirkung
5 Behandlung
- kognitive Verhaltenstherapie mit Aufklärung über Angst und Konfrontation mit den Körpersymptomen (Exposition)
- bestimmte Antidepressiva (SSRI, SNRI) als Alternative oder Ergänzung
- Atem- und Entspannungsübungen, Bewegung, Selbsthilfegruppen
- Beruhigungsmittel (Benzodiazepine) werden wegen des Abhängigkeitsrisikos nicht dauerhaft empfohlen
6 Verlauf und Prognose
Mit Verhaltenstherapie bessern sich Panikattacken bei den meisten Betroffenen deutlich. Rückfälle in belastenden Zeiten sind möglich.
7 Tipps für Angehörige
- Ruhig und verständnisvoll bleiben. Angst lässt sich nicht „wegreden“.
- Nicht dauerhaft Situationen abnehmen. Zu viel Schonung verstärkt das Vermeiden.
- Kleine Fortschritte anerkennen, aber nicht drängen oder zwingen
- Auf eigene Grenzen achten und sich bei Bedarf selbst beraten lassen
8 Hilfe im Notfall
- Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
- Panikattacken mit Brustschmerz oder Atemnot sollten einmalig körperlich abgeklärt werden. Bei neuen oder anderen Beschwerden im Zweifel Notruf 112.
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
9 Quellen
- S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen (AWMF-Register Nr. 051-028)
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation
- Patientenleitlinie zur S3-Leitlinie Angststörungen