Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
Hinweis: Dieser Artikel spricht Suizidgedanken als mögliches Symptom an. Hilfe findest du im Abschnitt „Hilfe im Notfall“.
1 Kurzüberblick
Die prämenstruelle dysphorische Störung ist die schwere Form des prämenstruellen Syndroms. In der zweiten Zyklushälfte treten ausgeprägte Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit oder Anspannung auf, die Beziehungen und Alltag deutlich belasten. Mit der Periode klingen sie ab.
2 Symptome
- starke Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Wut
- Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, Anspannung oder Angst
- Konzentrationsprobleme, Müdigkeit, Heißhunger, Schlafveränderungen
- körperliche Beschwerden wie Brustspannen und Kopfschmerzen
- Beschwerden treten regelmäßig vor der Periode auf und enden danach
3 Ursachen und Risikofaktoren
- Zusammenspiel von Veranlagung, Belastungen und Lebensumständen (Vulnerabilitäts-Stress-Modell)
- Veränderungen im Stoffwechsel von Botenstoffen, im Stresshormon- und im Schlaf-Wach-System
- belastende Lebensereignisse, Verlust, Dauerstress, Einsamkeit
- körperliche Erkrankungen, Medikamente, Alkohol und Drogen können Auslöser sein
4 Diagnostik
- Gespräch in der Hausarztpraxis, bei Psychiatrie oder Psychotherapie über Beschwerden, Dauer und Verlauf
- Fragebögen als Hilfsmittel, zum Beispiel der PHQ-9
- körperliche Untersuchung und Blutwerte (z. B. Schilddrüse), um körperliche Ursachen auszuschließen
- gezielte Fragen nach Suizidgedanken und nach früheren Hochphasen
5 Behandlung
- Zyklus- und Beschwerdetagebuch zur Diagnose
- Lebensstil: Bewegung, Schlaf, Ernährung, Alkoholverzicht, Entspannung
- Psychotherapie, besonders Verhaltenstherapie
- bestimmte Antidepressiva (SSRI), auch nur in der zweiten Zyklushälfte, sowie hormonelle Verfahren nach ärztlicher Entscheidung
6 Verlauf und Prognose
Die PMDS tritt zyklisch immer wieder auf und bessert sich bei passender Behandlung oft deutlich. Nach den Wechseljahren klingt sie ab.
7 Tipps für Angehörige
- Zuhören und da sein, ohne zu bewerten
- Auf Hilfe hinweisen und, wenn gewünscht, zu Terminen begleiten
- Die Erkrankung ernst nehmen, ohne den Alltag nur noch um sie kreisen zu lassen
- Auf die eigenen Grenzen achten und selbst Unterstützung suchen, zum Beispiel in Angehörigengruppen
- Äußerungen über Suizid ernst nehmen und direkt ansprechen. Das Fragen löst keinen Suizid aus.
8 Hilfe im Notfall
- Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
- Info-Telefon Depression: 0800 33 44 533 (Deutsche Depressionshilfe)
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
9 Quellen
- Nationale VersorgungsLeitlinie / S3-Leitlinie Unipolare Depression (AWMF-Register Nr. nvl-005)
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation
- Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention