Zitat⚠️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Letzte Prüfung: 01.11.2026
1 Kurzüberblick
Hormone steuern viele Körperfunktionen, auch Energie, Schlaf, Stimmung und Stresserleben. Häufige Erkrankungen sind:
- Schilddrüse: Unterfunktion (z. B. Hashimoto) oder Überfunktion (z. B. Morbus Basedow)
- Diabetes mellitus: erhöhter Blutzucker, Typ 1 und Typ 2
- Nebennieren- und Cortisolstörungen: z. B. Cushing-Syndrom, Nebenniereninsuffizienz
- Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS) und weitere hormonelle Zyklusstörungen
- Metabolisches Syndrom und Adipositas: zusammen mit Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten und Insulinresistenz
Schilddrüsenstörungen können Depression, Ängste oder Unruhe vortäuschen oder verstärken. Deshalb gehört eine körperliche Abklärung zu jeder psychischen Diagnostik.
2 Symptome
- Schilddrüsenunterfunktion: Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, depressive Stimmung, trockene Haut
- Schilddrüsenüberfunktion: Unruhe, Herzrasen, Schwitzen, Gewichtsverlust, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Ängste
- Diabetes: starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Sehstörungen, schlecht heilende Wunden; oft anfangs lange unbemerkt
- Cortisolstörungen: Gewichtsveränderung, Schwäche, Stimmungsschwankungen, Blutdruckveränderungen
- PCOS: unregelmäßige Zyklen, vermehrte Körperbehaarung, Akne, Gewichtszunahme
3 Ursachen und Risikofaktoren
- Autoimmunprozesse (z. B. Hashimoto, Morbus Basedow, Typ-1-Diabetes)
- Lebensstil und Veranlagung bei Typ-2-Diabetes und metabolischem Syndrom: Bewegungsmangel, Übergewicht, erbliche Faktoren
- Medikamente: manche Psychopharmaka und Kortison können Gewicht und Blutzucker beeinflussen
- Stress, Schlafmangel und psychische Erkrankungen beeinflussen den Hormonhaushalt
4 Diagnostik
Meist beginnt es mit einem Termin in der Hausarztpraxis, gegebenenfalls mit Überweisung zur Endokrinologie oder Diabetologie.
- Blutuntersuchungen: z. B. TSH und Schilddrüsenhormone, Blutzucker, HbA1c, Cortisol, Sexualhormone, Blutfette
- Ultraschall der Schilddrüse oder anderer Organe
- gegebenenfalls spezielle Hormontests
5 Behandlung
- Schilddrüse: Hormonersatz bei Unterfunktion, Medikamente, Radiojod oder Operation bei Überfunktion
- Diabetes: Schulung, Ernährung, Bewegung, Blutzuckermessung und Medikamente oder Insulin
- Gewichts- und Stoffwechselprobleme: Ernährungsberatung, Bewegung, bei Bedarf Medikamente oder weitere Verfahren
- Psychische Begleitung: Psychotherapie bei Depression, Angst oder Essstörungen, Abstimmung der Psychopharmaka mit der ärztlichen Stoffwechselkontrolle
6 Verlauf und Prognose
Viele Hormon- und Stoffwechselerkrankungen sind gut behandelbar, aber meist dauerhaft. Mit passender Therapie leben die meisten Betroffenen ohne große Einschränkung. Wichtig sind regelmäßige Kontrollen. Wenn die Einstellung stimmt, bessern sich oft auch Stimmung und Antrieb.
7 Tipps für Angehörige
- Beschwerden nicht als Faulheit oder „Schlappheit“ abtun.
- Bei Diabetes Notfallzeichen kennen (Unterzuckerung: Zittern, Schwitzen, Verwirrtheit) und wissen, was zu tun ist.
- Gemeinsam Bewegung und gesunde Mahlzeiten in den Alltag einbauen, ohne zu bevormunden.
- Auf Stimmungsveränderungen achten und zu ärztlicher Abklärung ermutigen.
8 Hilfe im Notfall
- Akute Gefahr oder Notfall: Notruf 112
- Bei Bewusstseinsstörung, Krampfanfällen, starker Verwirrtheit durch Unter- oder Überzuckerung oder bei schwerer Überfunktion mit Herzrasen und Fieber: sofort 112
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr)
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
9 Quellen
- Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes
- Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) und Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), Weltgesundheitsorganisation